Wohnhaus mit Energieüberschuss
St. Galler Tagblatt; Montag, 23. Februar 2009
In Bennau ensteht das erste Mehrfamilienhaus, das mehr Energie produziert, als es selber benötigt. Überschüssiges Warmwasser wird an Nachbargebäude abgegeben und Ökostrom ins Netz der Gemeinde eingespeist. Dies geschieht mittels Sonnenkollektoren und Photovoltaik-Anlagen. Ein Haus als Kraftwerk, ein so genanntes Plusenergie-Mehrfamilienhaus, das nur 15% höhere Baukosten verursacht als ein gewöhnliches Standardhaus mit konventioneller Heizung.
Jeder Mieter bekommt pro Monat ein gewisses Guthaben an Energie, das er jederzeit über ein Display abrufen kann. Mit diesem neuartigen Bonus-Malus-System kann der Energieverbrauch gesteuert werden und beeinflusst somit den Mietzins. Wer an Energie spart, spart zusätzlich. Damit man auch in einem kalten Winter die Energiekosten im Griff hat, stellt die Verwaltung Brennholz für die in jeder Wohnung eingebauten Kleinspeicher Holzöfen gratis zur Verfügung.
Als Nachhaltigkeit wurde auch der Rückbau berücksichtigt. Das heisst, die Bauteile sind mechanisch verschraubt und nicht geklebt, und natürlich rezyklierbar.
Wenn dieses Haus bzw. diese Bauweise hält, was sie verspricht, dann hat es bestimmt Zukunft und wäre eine nachhaltige Entwicklung. Klar ist aber, dass dies nicht von heute auf Morgen geschieht, denn die alten Häuser bleiben bestehen.
Folgen für den See genau prüfen
St. Galler Tagblatt; Mittwoch, 25. Februar 2009
Die Wasserqualität der Steinach unterhalb der Kläranlage Hofen ist ungenügend. Die Stadt St. Gallen will den Missstand beheben, indem die ungenügend geklärten Abwässer in einer Leitung in die Kläranlage Morgental bei Steinach und von dort direkt in den Bodensee gepumpt werden. Auf dem Weg an den See soll mit dem geklärten Abwasser Strom produziert werden und seine erhöhte Temperatur als Fernwärme genutzt werden.
Die Idee finde ich grundsätzlich gut. Ich frage mich aber, ob es nicht sinnvoller wäre, die bestehende Kläranlage Hofen zu verbessern, und die anfallende Wärme vor Ort zu nutzen. Die Effizienz der Fernwärme müsste zuerst aufgezeigt werden und allenfalls die Kosten beider Projekte verglichen werden.

