Montag, 4. Mai 2009

Aufräumaktion am Bodensee















Am Montagmorgen ging es daran das Seeufer des Bodensees in Rorschach von Abfall zu befreien. Unsere Bloggruppe machte sich ausgerüstet mit Gummistiefeln, Regenschirms, Regenjacken und wasserdichten Hosen auf den Weg vom Hauptbahnhof in Richtung Badehütte. Wir alle dachten uns, dass wir ab und zu wieder etwas Abfall vom Boden aufnehmen würden und dann wieder einige Minuten einfach laufen könnten. Doch falsch gedacht. Jeden Meter, den wir gingen, mussten wir mindestens drei Minuten lang Papiertaschentücher (völlig durchnässt), leere Zigarettenpäckli, Bierdosen, kleine
Papierfetzen oder Sonstiges vom Boden
aufnehmen und zum nächsten Abfalleimer befördern. Was sind das nur für Leute, fragten wir uns immer wieder, die einfach achtlos alles wegwerfen, was sie in den Händen hielten und nicht mehr brauchen? Zum Teil lagen die Gegenstände wirklich knapp einen Meter von den Abfalleimern entfernt. Dabei erzählte eine Kollegin eine Geschichte, die sie gerade dieses Wochenende erlebt hatte. Sie war am Bahnhof und beobachtete einen kleinen Jungen, der einfach seinen leeren Chipspack auf den Boden warf. Dabei standen seine Eltern neben ihm und einige Minuten später eilten sie auf den einfahrenden Zug. Wie soll ein Kind denn so lernen, dass Abfall nicht einfach auf den Boden geschmissen wird, wenn nicht einmal die Eltern es ermahnen, diesen wieder aufzunehmen?

Völlig schockiert waren wir an einem Grillplatz, bei welchem das Gefühl aufkam, dass die Leute, die hier gefeiert hatten, kamen, assen, tranken, feierten und einfach wieder gingen, ohne nur ein kleines bisschen anzurühren und ohne einen Gedanken an den Abfalleimer zu verschwenden, sofern sie noch denken konnten (nach diesem grossen Bierkonsum). Da standen Bierflaschen und leere Fleischpackungen auf den Tischen als ob dies das Normalste der Welt wäre. An diesem Platz brauchten wir eine Weile, bis er wirklich sauber war.

Danach ging es weiter dem See entlang. Die Hände waren von den kalten, nassen Abfallresten bereits ziemlich durchgefroren. Teilweise bekamen wir lobende Worte von älteren Personen, welche ihre Hunde ausführten. Dies ermunterte uns weiter zu machen. Schliesslich kamen wir nur bis zum Hafenbahnhof, als es schon fast Mittag war. Wir entschieden uns, uns in einem nahen Café noch ein wenig aufzuwärmen und die Hände zu waschen, bevor wir uns auf den Nachhauseweg machten. Schlussendlich stiess einem überall immer wieder dieser achtlos weggeworfene Abfall entgegen, welchen wir aufnahmen und in den Abfall warfen.Für uns war klar, unsere Schulkinder würden sicher ermahnt werden, würden wir sie erwischen etwas einfach so auf den Boden zu schmeissen. Schliesslich haben wir in der Schweiz überall Abfalleimer, wo diese Sachen entsorgt werden können. Dieser Morgen öffnete uns wieder einmal die Augen, dass eben nicht alle Menschen so denken wie wir.


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