Montag, 2. März 2009

STIMOROL STIMULIERT MEINEN MUND, DOCH WIE KOMMT ER DORTHIN?


Kaugummis kaue ich täglich, meist merke ich es gar nicht mehr, dass ich einen solchen im Mund habe. Doch woher kommt diese klebrige Süssigkeit eigentlich und dazu noch, wer ist alles an der Produktion eines solchen mitbeteiligt?

WIE AUS TEIG KAUGUMMI WIRD
„Die Herstellung von Kaugummi ist anspruchsvoll und aufwändig. Die dänische Kaugummiproduktionsfirma Gumlink, die unter anderem auch Stimorol produziert, benutzt bis zu 150 Zutaten. Dazu gehören die so genannte «Gumbase», Süssstoffe und verschiedene Aromen.
Die wichtigsten Zutaten dabei sind Gumbase (Kaugummi-Basis), dies wird aus synthetischem Gummi und Zutaten wie Wachs, Fett, Emulgator und Harz hergestellt. Gumlink produziert die Gumbase selbst. Bei dem Schritt diese Gumbase herzustellen sind bestimmt schon unzählige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nötig.
Weiters enthalten die Kaugummis Süssstoffe. Zum Süssen werden entweder Zucker oder Süssstoffe (z.B. Saccharin, Aspartam) oder auch Zuckeraustauschstoffe (z.B. Sorbit, Xylit) verwendet.
Dann kommen die Aromen. Diese basieren auf natürlichen und künstlichen Rohstoffen. Natürliche Stoffe sind Pfefferminz, Spearmint, Menthol, Eukalyptus und Fruchtaromen. Letztere mussten jedoch bis vor kurzem synthetisch hergestellt werden; inzwischen gibt es ein Verfahren, bei dem natürliche Fruchtextrakte verwendet werden können.
Die Produktion eines Stimorol-Kaugummis umfasst im Wesentlichen folgende drei Schritte:
-Mischen
-Walzen
-Dragieren
Der Kaugummi wird nach einem speziellen, vom Unternehmen geheim gehaltenen Rezept produziert. Zuerst werden die Zutaten (mit Ausnahme des Aromas) in Container mit einem Fassungsvermögen von 900 Litern geschüttet, auf 60 Grad erwärmt und während rund 30 Minuten zu einem Teig geknetet. Kurz vor der Fertigstellung wird das Aroma beigemischt. Anschliessend wird der Teig in spezielle Behälter abgefüllt und mit Talk eingepudert (verhindert das Kleben). In einem Kühlraum wird er innert 15 Minuten auf eine Temperatur von 45 bis 50 Grad heruntergekühlt.
Gumlink gibt das detaillierte Rezept für Stimorol-Kaugummi nicht bekannt. Damit wird verhindert, dass dieser einzigartige Kaugummi kopiert wird. Diese Geheimhaltung ist üblich. So gilt das Coca-Cola-Rezept als eines der bestgehüteten Geheimnisse der Welt. Kein einziger Mitarbeiter von Coca-Cola kennt die genaue Mischung und den detaillierten Herstellungsprozess.
Wie ein Pizzateig wird die Kaugummimasse vor der Weiterverarbeitung ausgewalzt. Im Gegensatz zum Pizzateig geschieht dies allerdings weder mit einem Wallholz noch von Hand, sondern in einer Walzmaschine, die pro Stunde 3,6 Tonnen Kaugummiteig verarbeitet.
Ist der Teig zu 0,3 mm dicken Platten gewalzt, wird er in Dragées geschnitten und bis zur optimalen Festigkeit wiederum im Kühlraum gelagert (Dauer: ein bis fünf Tage). Im «Coating»-Departement schliesslich werden die Dragées in regelmässigen Intervallen mit Wasser, Süssstoff und Aromen besprenkelt und mit warmer Luft getrocknet. Dieser Prozess wird wiederholt, bis sich eine dicke, geschmackvolle Hülle gebildet hat. Rund 50 Durchgänge sind dafür erforderlich. Bevor die fertigen Kaugummis verpackt werden, sortiert eine spezielle Anlage die von der Normgrösse abweichenden Dragées aus. Der «Ausschuss» gelangt zurück in den Produktionsprozess.
Bis zu 600 verschiedene Verpackungspapiere stehen in der Auslieferung zur Verfügung – unterteilt nach Sprache, Sorte und Aroma (auch Flavour genannt). Die meisten Gumlink-Kaugummis werden in 12er-Päckchen abgefüllt, der Rest verlässt das Haus in Kapsel-Boxen, kleinen Beuteln, Multipacks oder als Gratismuster in Papiertüten.Der letzte Schritt, bevor die Kaugummis in die Verkaufsregale gelangen, ist einer der wichtigsten. Es ist die Qualitätskontrolle, bei der die Produkte stichprobenartig kontrolliert werden. Damit garantiert Gumlink jederzeit eine gleich bleibend hohe Qualität.“



Nachdem ich dies alles erfahren und gelesen habe wird mir bewusst wie viele Arbeitsschritte nötig sind, bis der Kaugummi von den verschiedenen Zutaten zu Dragées gemacht in meinem Mund ist. Hierfür sind unzählige Menschen nötig, angefangen bei den Firmenmitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den Transport mit LKW’s bis hin zu den Menschen, die die Kaugummis in die Gestelle der Kioske und Lebensmittelgeschäfte einräumen und anschliessend die Verkäuferinnen und Verkäufer. Doch damit ist die Liste noch nicht beendet. Dann kommt eventuell nämlich noch eine Putzequipe zum Einsatz, wenn die Kaugummis nach dem Verzehr achtlos einfach überall hingeworfen werden und kleben bleiben!

1 Kommentar:

  1. Mit grossem Interesse habe ich deine Post gelesen. Er interessierte mich deshalb, weil ich selbst auch dauernd auf einem Kaugummi herum kaue. Du warst bei der Ausführung der Herstellung sehr detailreich, das fand ich sehr spannend zu lesen. Ich denke auch, dass noch viele weitere Faktoren einen Einfluss haben auf die Herstellung als es auf den ersten Blick scheint. Man könnte bei den Bauern anfangen welche das Zuckerrohr pflanzen aus welchem der Zucker raffiniert wird, transportiert u.s.w. Die Liste ist wohl absolut unendlich.

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